Cecilia Sala | Erzählen, was brennt

Event Informationen

10.10.2026
Bellinzona

Beschreibung

Cecilia Sala | Erzählen, was brennt Donnerstag, 10. Oktober 2026 | 20.45 Uhr | Piazza del Sole, Bellinzona Sconfinare Festival

Es gibt Momente, in denen die Nachrichten schneller sind als die Worte. Bilder erscheinen, überlagern sich und verschwinden wieder. Doch was bleibt von einem Krieg, wenn die öffentliche Aufmerksamkeit sich anderen Themen zuwendet? Es bleiben die Stimmen derjenigen, die ihn durchlebt haben, das Schweigen derer, denen niemand zugehört hat, und die Leben jener Menschen, die in den Bruchlinien der Geschichte weiter nach einer Zukunft suchen. Erzählen, was brennt bedeutet, sich diesen Orten zu nähern, ohne den Blick abzuwenden, und nach Worten zu suchen, die nicht alles erklären wollen, sondern etwas bewahren können: ein Gesicht, eine Stimme, die Möglichkeit, zu verstehen.

Cecilia Sala gehört zu den prägendsten Stimmen des zeitgenössischen italienischen Journalismus. Als Reporterin, Autorin und tägliche Stimme des Podcasts Stories hat sie in den vergangenen Jahren aus einigen der Orte berichtet, an denen sich Geschichte in ihrer härtesten Form zeigt: aus dem Iran während der Proteste und der staatlichen Repression, aus der vom Krieg gezeichneten Ukraine, aus Afghanistan nach der Rückkehr der Taliban sowie aus Israel und Palästina nach dem 7. Oktober. In ihren Reportagen, Podcasts und Büchern bleibt Geopolitik nie abstrakt: Sie entsteht aus dem Zuhören, aus der Präsenz vor Ort und aus der Begegnung mit Menschen, die die Spannungen unserer Zeit am eigenen Leib erfahren.

Für Cecilia Sala bedeutet Erzählen, sich diesen Spannungsfeldern zu nähern, ohne der Versuchung der Vereinfachung nachzugeben; eine Sprache für das zu finden, was allzu oft außerhalb des Blickfelds bleibt; das Schweigen zu hinterfragen, das Opfer, Dissidentinnen und Dissidenten, junge Menschen, die in Kriegen und unter autoritären Regimen aufwachsen, sowie all jene umgibt, deren Leben durch anderswo getroffene Entscheidungen erschüttert wird.

Beim Sconfinare Festival nimmt Cecilia Sala das Publikum mit in die Arbeit des Zeugnisablegens – dorthin, wo Worte zu Verantwortung werden, die Stimme zu einem Akt des Widerstands werden kann und der Journalismus einen Raum eröffnet, um das zu begreifen, was der Lärm der täglichen Nachrichten zu verdrängen droht. Eine Begegnung über die unverzichtbare Kraft des Erzählens: einer Welt zuzuhören, die brennt, ohne den Blick abzuwenden.

Das Gespräch wird von der Journalistin Francesca Campagiorni moderiert.

Cecilia Sala ist Journalistin, Reporterin und Autorin. Im Laufe ihrer Karriere hat sie aus zahlreichen Krisengebieten berichtet, darunter Venezuela, Afghanistan, die Ukraine, der Iran, Israel und die Palästinensischen Gebiete. Sie schreibt für Il Foglio und ist Autorin und Sprecherin von Stories, dem täglichen Podcast von Chora Media über Geschichten aus aller Welt. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen, alle im Verlag Mondadori erschienen, zählen Polvere. Il caso Marta Russo (gemeinsam mit Chiara Lalli, 2021), L'incendio. Reportage su una generazione tra Iran, Ucraina e Afghanistan (2023) sowie I figli dell'odio. La radicalizzazione di Israele, la distruzione della Palestina, l'umiliazione dell'Iran (2025). Im Dezember 2024 wurde sie während einer Recherchereise in Teheran festgenommen und am 8. Januar 2025 wieder freigelassen.

ab CHF 25.00
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