Gotthard

Lesestoff für Bahnfahrer

Mit einer Widmung für «Rolf B. und allen anderen Tunnelbauer » hat Zora del Buono nach Besuchen auf der Baustelle des Gotthardbasistunnels in Bodio diese wunderbare Novelle geschrieben. «Gotthard» spielt an einem langen halben Frühlingstag zwischen 6 und 12.23 Uhr. Abgründig und komisch, sinnlich und raffiniert erzählt Zora del Buono von den Arbeitern am Gotthardbasistunnel. «Die Idee war», sagte Zora del Buono in der «Schweizer Familie», «dass alles wie auf Eisenbahnschienen durch einen Tunnel führt, genau getaktet, es gibt kein Vor und Zurück, es geht immer tiefer ins Verhängnis – das sauber zerlegt an die Oberfläche geholt wird, wie der Schutt aus dem Berg.» Auf 144 atemlosen, so poetisch wie faktisch exakt erzählten Seiten setzt del Buono ihr Vorhaben meisterhaft um.

Und um das geht es: Fritz Bergundthal, Eisenbahn-Fan aus Berlin und gepflegter, fünfzigjähriger Junggeselle, ist zum Gotthardtunnel ins Tessin gereist, um einige spektakuläre Fotos schöner Lokomotiven zu machen. Aber im Laufe eines einzigen Tages wird er immer tiefer verstrickt in die freundschaftlich-familiären und erotischen Verwicklungen der Arbeiter rund um die Baustelle des Gotthardbasistunnels. Und die heilige Barbara, die Schutzgöttin der Tunnelbauer, ist gestohlen worden. Ein böses Omen, das sich im Laufe dieses Tages schrecklich bewahrheiten wird.

Gefällt Ihnen diese Geschichte?

EXTERNAL_SPLITTING_BEGIN EXTERNAL_SPLITTING_END